Georg Friedrich Grotefend

Unser Namensgeber
*1775, +1853

Eine der bedeutendsten Leistungen unseres Namensgebers, Georg Friedrich Grotefend, war die Entzifferung der 37 Zeichen umfassenden Keilschrift. Weniger bekannt ist sicher sein überaus guter Ruf unter den Lehrern, zu denen er schon mit 22 Jahren zählte.

Grotefend wurde 1775 als Sohn eines Schuhmachergildemeisters geboren. Nach seinem Schulbesuch in Hann. Münden besuchte er das Pädagogium in Ilfweld, um dann 1795 an der Göttinger Universität Theologie und Philologie zu studieren. 1799 trat er in den Schuldienst ein. Dort verdiente er sich das nötige Geld für seine Studien und veröffentlichte 1799 eine Schrift über eine Universalsprache.

Sein besonderes Interesse galt den ''Dunklen Stellen" in der Wissenschaft und so gelang es ihm 1802, zehn Zeichen der alt persischen Keilschrift zu entziffern. Diese wissenschaftliche Leistung ermöglichte ihm 1803 an dem Frankfurter Gymnasium die Stelle eines Prorektors anzutreten.

Im Jahre 1806 heiratete er die reiche Kaufmannstochter Christel Bornemann, mit der er fünf Söhne und zwei Töchter hatte.

1806 wurde er Konrektor und 1812 Professor der klassischen Literatur. Während dieser Zeit verfasste Grotefend verschiedene Schulbücher (z.B. ein metrisch verfasstes Vokabularium), und er setzte sich für die Vereinheitlichung der Schreibart ein.

Man holte ihn 1821 an das Lyceum von Hannover als Direktor. Dort stand er vor der Aufgabe, es aus dem Verfall wieder emporzuheben, denn es herrschten chaotische Zustände: Die fünf verschiedenen Klassen (Schüler von 6 - 21 Jahren besuchten das Lyceum) bestanden aus einem jeweils dreijährigen Lehrkursus, und es wurde halbjährig versetzt, sodass in jeder Klasse sechs verschiedene Schuljahrgangsgruppen unterrichtet wurden. Als revolutionäre Reformen führte Grotefend die einjährige Versetzung und das Zwölfklassensystem ein. Auch verbot er die Züchtigung, doch noch immer wurden Schüler bei schweren Fällen von Untugenden der Polizei übergeben.

Da Grotefend mit Leib und Seele Lehrer war, war es nicht einfach den 73-jährigen vom Schuldienst zu pensionieren. Ihm musste die Gehaltsfortzahlung zugesichert werden, um ihn zu einem Rücktritt aus seiner Schullaufbahn zu bewegen. Fünf Jahre vor seinem Tode, im Jahre 1853, zog er sich aus seinem Beruf zurück.

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